Engelssehnsucht

Das letzte Licht des Tages
Verstarb ungesehen am nieerreichten Horizont
Hinter backsteingemauerten Felsenwänden.

Engel mit gebrochenen Flügeln
Wandern unter den Sterblichen,
Halten Ihre Herzen in den Händen.
Blut befleckt die weißen Gewänder,
Und die Tränen in ihren Augen,
Fallende Glasperlen,
Zersplittern mit hellem Klang
Auf grauverwestem Asphalt.
In ihren Stimmen klingt
Sehnsucht nach dem Duft
Blühender Orchideen,
Dornenloser Rosenhecken
An deren süßem Nektar
Sich Bienenvölker trunken lecken.
Doch ferner noch als
Ein fahles Sternenlicht
Scheint der Klang
Jugendklarer Bäche
Jenseits der schwarzverrusten Tore.
Pegasus lahmer Huf
Klingt hohl durch leere Straßen und
Gelbsüchtig liegt schmutziges Laternenlicht
Auf dem Fell des Götterschimmels.

In der Stille vor der Morgendämmerung
Fegen orangegekleidete Straßenkehrer
Eine weiße Feder in die Kanalisation,
Ehe die Leichen sich
Aus den selbstgezimmerten Särgen erheben.