Alexandrianisches Licht

Worte benetzen die Seele, tauig,
Zwängen sich tröpfeln zwischen die Enden
Winterschlafender Neuronen, spannend,
Und winden sich über schwarze Barrieren, verwegen.

Ein feines Knistern, unhörbar,
Fließt durch den Schädel, emognetisch,
Poren öffnen sich, erregt,
Sinne tasten sich heraus, begierig.

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Kräfte sich in Gliedern finden, feurig,
Und mutig tritt der Geist hinein
In eine neue Gegenwärtigkeit, erstahlt.

Es heben sich Nebel,
Es weichen auch Wolken
Es sammelt das Taglicht
Zur Jagd auf die Schatten.

Der Moment kündet Aufbruch
Den Geist erfasst Kenntnis
Die Seele hüllt Demut
Den Körper lockt Ahnung.

Hindurch alte Mauern
Hinaus auf die Straße,
Getragen vom Frühling
Der Bilder und Worte.

Gründle und Grabe,
Jag’ Diamanten,
Ehe die Zeit,
Erneut eiskristalliert.

Tief unterm Asphalt,
Im Schlamm der Kloaken
Findet sich glühend
Alexandrianisches Licht.

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Eratme diesen Augenblick,
Dessen Stimme ruht, innig:
“Ich bin,
Ich atme,
Ich lebe,
Ich gedeihe,
Ich liebe,
Ich hetzte
Ich irre,
Ich wandle,
Ich suche,
Ich finde,
Ich ruhe,
Ich ahne
Ich glaube,
Ich ende,
Ich sieche,
Ich modre,
Ich war.”