Land der Finsternis

melancholie süßer melodie
träufelt sanft ihr dunkles gift
mir in die ohren
baum_im_nebel_400

tränen reißen meine sinne
in verschlungene fernen
wo alles erstarrt
unter dem einen willen
in diesem land der finsternis

alltagshast reißt abgründe
unter den gedanken auf
verluste ereignen sich in
blutigen schlachten
so fern von jener Weite
seines gütigen Atems

seele zu oft durch
geöffnete türen geworfen
um sich hilflos in den
finsterkammern zu verirren

stunden die wie wolken
im sturm getrieben
vorüberzogen vor der zeit
von ihnen ist mir nichts geblieben
um so viele tage scheine
ich betrogen

kann ich noch
auf die sekunden achten
wenn die worte nur
nach luft
und freiheit trachten

der wilde flug ist
vielleicht nur illusion
noch scheinen die Gedanken
position die Worte präzision
zu besitzen

verliere ich in
diesem augenblick wieder
den geraden blick
die welt wankt um mich
herum den wagen lenk ich
rasch auf den seitenstreifen

wenn ich etwas esse
lässt der schmerz in
meinem schädel etwas nach
wo die mollgetränkten
trauerweisen viel zu dicht
in die synapsenbahnen
eingewoben sind

was kann im kopf
ich noch besitzen
was rieselt durch
des schädels knochenritzen

ich sehe mich in
dieser wilden welt verloren
kriecht der tod nicht schon
auf unbekannten sporen
in meine lungen

ich spüre das metall des todes
bereits im morgenrot auf
meinen doppelzungen ist wahrheit
doch längst nur groteskes
lippenspiel

wer kann wollen
dass ich euch betrüge
wenn sich meine worte
aufmachen an ferne orte
deren Namen ich nicht kenne

durch welche Gassen ich
auch in diesen tagen renne
es gibt kein entrinnen
wenn im licht der schwarzen sonne
dochte roter kerzen glimmen